Fußball
Mini-WM am Dienstag im Westpfalzstadion: Vorher viele Stoßgebete in Richtung Wettergott
Gerade erst so ein tolles Pfingstwetter und ausgerechnet am Dienstag, 2. Juni, wenn die Mini-Weltmeisterschaft mit 24 Grundschulmannschaften im Zweibrücker Westpfalzstadion gespielt werden soll, ist die Regenwahrscheinlichkeit wieder extrem hoch? Dann kann der Wettergott doch eigentlich nicht machen, dachten die für das Turnier Verantwortlichen des städtischen Sportamtes und der RHEINPFALZ und schickten im Vorfeld einige Stoßgebete nach oben. Mit der Mini-WM hatte man zuletzt schon zweimal wenig Glück: Die WM-Ausgabe 2018 war ordentlich verregnet, und im Jahr 2022 fiel sie im Winter aus. Eine Grundschul-WM mit damals 32 teilnehmenden Ländern – bei auch wieder steigenden Corona-Zahlen – war in der Halle nicht durchführbar. In beiden Fällen war es auch kein gutes Omen für die WM der „großen“ deutschen Kicker: Sowohl in Russland 2018 als auch in Katar 2022 schied die DFB-Elf in der Vorrunde aus. Es kann also nur besser werden.
Die 23. Fußball-Weltmeisterschaftsendrunde der „Großen“ steigt vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko. Noch nie haben so viele Länder an einer WM-Endrunde teilgenommen, 48 Nationen sind qualifiziert. Das deutsche Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann trifft auf der Jagd nach dem fünften Weltmeister-Stern in seiner Vorrundengruppe E auf Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador.
Spanien ist amtierender Mini-WM-Titelverteidiger
Schon seit dem Jahr 2006, und dem späteren „Sommermärchen“ der Heim-WM in Deutschland, spielen in Zweibrücken – und ganz früher auch noch in Homburg – die Grundschüler Orakel für alle fußballerischen Großereignisse. Zuletzt vor zwei Jahren mit einer Mini-EM, diesmal wieder mit einer Mini-Weltmeisterschaft. Nur im Jahr 2020 machte die Corona-Pandemie den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung.
Neun Tage vor dem „echten“ WM-Eröffnungsspiel am 11. Juni zwischen Mexiko und Südafrika in Mexiko-Stadt ermitteln die Grundschüler der Region nun also im Westpfalzstadion an der Hofenfelsstraße wieder „ihren“ Weltmeister. Übrigens, von wegen Orakel: Übereingestimmt hat das Ergebnis der „Kleinen“ mit dem der „Großen“ fast nie. Nur einmal, ausgerechnet im Jahr 2014, konnten die kleinen Kicker der Homburger Sonnenfeldschule als Team Deutschland auch den Titel holen und den WM-Pokal in die Höhe stemmen. Die letzte ausgetragene Mini-WM 2018 gewannen die kleinen stolzen Spanier der Niederauerbacher Hilgardschule.
Neue Länder, neue Sitten
Christina Rauch, die städtische Beigeordnete Zweibrückens, freut sich auf das Fußballfest, wie sie Mitte Mai bei der Auslosung im Rathaus sagte, bei der den 24 teilnehmenden Grundschulmannschaften ihre Nationen zugelost wurden. 24, weil 48 schlichtweg nicht zusammenzubekommen sind. Schon jetzt stellen einige Schulen zwei oder drei Teams. Auch einige Schulen aus der Umgebung wie Vinningen, Thaleischweiler oder aus dem angrenzenden Saarland (Homburg-Bruchhof) machen mit.
Die Grundschüler sollen im besten Fall nicht nur am 2. Juni Spaß haben, sondern auch im Vorfeld. Nach der Auslosung bekamen die Lehrer Pakete mit Buntstiften und den mit den Länderflaggen zu bemalenden RHEINPFALZ-Trikots. Und die Grundidee ist, dass sich die Schüler auch mit „ihrem“ Land beschäftigen. Sie sollen im Unterricht was über Land und Leute, Essen, Klima und Politik der jeweiligen Nation erfahren. In der Hinsicht sind bei der diesjährigen WM ja einige interessante Länder dabei, die vorbei noch nie bei einer Endrunde mitgemacht haben – und somit natürlich auch keiner Grundschule zugelost. Jordanien, Usbekistan, Kap Verde und Curaçao sind beispielsweise Neuland.
24 Mini-Teams wollen den Pokal
Wie bei der Mini-Europameisterschaft vor zwei Jahren wird das Stadion am Dienstag zwischen den einzelnen Spielen vom Organisationsbüro aus wieder mit gängigen Fußballliedern und WM-Hymnen beschallt. Dazu baut das städtische Jugendamt auch erneut eine Hüpfburg und einen Spieleparcours auf, in denen die rund 240 Grundschüler ihren Spaß haben können.
Für die Mini-WM am 2. Juni mit 24 Mannschaften wurden sechs Gruppen à vier Teams ausgelost. Dabei haben sich die Organisatoren in großen Teilen an den „echten“ WM-Gruppen orientiert. WM-Titelverteidiger Argentinien wird in der Vorrundengruppe D von der zweiten Mannschaft der Breitwiesen-Grundschule repräsentiert. Und in die Trikots der deutschen Hoffnungsträger schlüpfen die Kinder der Albert-Schweitzer-Grundschule. Jetzt muss am 2. Juni nur noch das Wetter passen.
Gruppeneinteilung
- Gruppe A: Usbekistan (Grundschule (GS) Rieschweiler), Frankreich (GS Maßweiler), Mexiko (Hilgardschule I), Südafrika (GS Kirrberg)
- Gruppe B: Portugal (Konrad-Adenauer-Schule Vinningen), Ghana (GS Breitwiesen I), Schweiz (GS Contwig I), Kanada (GS Sonnenfeld)
- Gruppe C: Kap Verde (GS Sechsmorgen), Belgien (GS Rimschweiler), Brasilien (GS Bruchhof), Marokko (GS Mittelbach)
- Gruppe D: Argentinien (GS Breitwiesen II), Norwegen (Thomas-Mann-GS), USA (GS Hornbach), Australien (GS Contwig II)
- Gruppe E: England (GS Thaleischweiler-Fröschen), Curaçao (Pestalozzi-GS), Deutschland (Albert-Schweitzer-GS), Ägypten (Hilgardschule II)
- Gruppe F: Österreich (GS Wiesbach), Spanien (GS Contwig III), Japan (GS Einöd), Niederlande (GS Bottenbach).
Turniermodus
- 8.30 Einmarsch der Nationen ins Stadion, Präsentation der Landesflaggen
- Gruppenspiele im Modus „Jeder gegen jeden“, die beiden Ersten jeder Gruppe ziehen ins Achtelfinale ein. Bei Punktgleichheit entscheidet ein Neunmeterschießen.
- Jedes Team besteht aus neun Feldspielern und einem Torwart. Sechs Feldspieler und der Keeper stehen auf Feld. Es kann beliebig ein- und ausgewechselt werden.
- ab 9.30 Uhr Turnier auf vier Kleinspielfeldern, 12.30 Uhr Achtelfinale, 13 Uhr Viertelfinale, 13.15 Uhr Halbfinale, 13.35 Uhr Spiel um Platz drei, 13.55 Uhr Endspiel, danach Siegerehrung
- Die Spielzeit beträgt einmal zehn Minuten, ab dem Halbfinale einmal 15 Minuten.
- Gespielt wird ohne Abseits und nach Fifa- und DFB-Regeln.