Landau
Kissel-Höfe: Wohnquartier mit Supermarkt wieder Thema
Im Norden Landaus, zwischen Herrenbergstraße und den Straßen Am Gutleuthaus und Lotschstraße, könnten um die 240 Wohnungen entstehen. Allein 96 davon gelten als geförderter Wohnungsbau. Auch die Diakonissen vom Bethesda möchten Wohnungen bauen. Die Stadtverwaltung hat den Bebauungsplan in der Mache.
Im Januar 2022 hatte die Dieter Kissel Stiftung ihre Planung öffentlich vorgestellt. Zentraler Bestandteil des Projekts am alten Firmenstandort in der Herrenbergstraße ist ein Lebensmittelmarkt auf 1200 Quadratmetern im Osten des Quartiers. SBK Kissel hat vor Jahren Edeka als Partner mit ins Boot genommen. Vom Angebot des Nahversorgers profitieren auch die Anwohner.
Park und Spielfläche auf Dach des Parkhauses vorgesehen
Die Kissel-Höfe sollen auch ein Ort der Begegnung sein. Von einem Park und einer Spielfläche auf dem Dach des Supermarktes ist die Rede. Die Fläche steigt von Westen her zur Herrenbergstraße an, wo sie drei Meter höher ist als Am Gutleuthaus. Die Pläne lagen laut Stadtverwaltung seit April 2022 auf Eis, was die Unternehmensgruppe damals mit der Entwicklung der Material- und Baukosten begründet hatte.
Gestoppt worden war auch die Weiterentwicklung des Bebauungsplans. Nun aber steht als nächster Verfahrensschritt die Beteiligung der Öffentlichkeit an. Die Gestaltungskommission der Stadt, ein Gremium aus Architekten und Planern, hat sich mit dem Konzept befasst, wie Bauamtsleiter Christoph Kamplade im jüngsten Bauausschuss informierte. Das Gremium habe einige Anregungen „zur Qualitätsverbesserung“ gegeben. Zum Beispiel schlagen die Fachleute vor, den Parkplatz mit Solarmodulen zu überdachen. Das werde ohnehin vorgeschrieben, sagte Kamplade. Er rechnet damit, dass die Bearbeitung des Bebauungsplans noch ein Jahr in Anspruch nehmen werde.
Seniorenbeirat wünscht sich günstige Mieten für ältere Menschen
Michael Scherrer, der für den Seniorenbeirat an den Sitzungen teilnimmt, bat darum, beim geförderten Wohnungsbau mit deutlich niedrigeren Mieten auch seniorengerechte Wohnungen einzuplanen. Das Modell des „Silver Living“, wie es das Bethesda schon bei den Blocks an der Hindenburgstraße für altersgerechtes Wohnen realisiert hat, sei für so manche Senioren nicht bezahlbar, sagte Scherrer, weil der Ausbau sehr hochwertig sei. Auch die Barrierefreiheit solle bei einem Teil der geförderten Wohnungen berücksichtigt werden.
Das Gelände ist rund 25.500 Quadratmeter groß. Die Kissel Stiftung möchte mehr als 12.000 Quadratmeter als Grünfläche anlegen, also fast die Hälfte der Fläche. Wie aus den Unterlagen der Stadtverwaltung hervorgeht, stammt die neuerliche Ausgestaltung des Projekts vom Architekturbüro GJL+ aus Karlsruhe. Die Grundidee der Bebauung aus der ersten Planung sei beibehalten worden.